Seehunde und Kegelrobben beobachten: mit dem Schiff zu den Sandbänken
Mit Seetierfang an Nordsee und Ostsee Seehunde beobachten – ab Sylt, Föhr, Nordstrand, Pellworm, Tönning, Wismar und Usedom
Seehunde beobachten Sie am besten vom Wasser aus, ebenso ihre größeren Verwandten, die Kegelrobben. Nutzen Sie deshalb von April bis Oktober die Chance, dorthin zu fahren, wo die Robben zu Hause sind: an der Nordsee ab Sylt (List und Hörnum), ab Föhr, ab Nordstrand, ab Pellworm und ab Tönning, an der Ostsee zum Seetierfang ab Wismar und zu den Kegelrobben ab Usedom. Auf vielen Touren gehört ein Seetierfang dazu: Ein kleines Netz holt Krabben, Schollen, Krebse, Muscheln und Schnecken an Bord, danach geht alles zurück ins Meer.
Maritimes Wissen:
An der deutschen Küste und auf Helgoland leben vor allem zwei Arten: der Seehund und die größere Kegelrobbe. Dabei ist der Begriff „Robbe“ der Oberbegriff für eine ganze Tiergruppe, die aus 35 verschiedenen Arten besteht. Ein „Seehund“ ist dagegen eine konkrete Art aus dieser Gruppe. Somit ist jeder Seehund eine Robbe, aber nicht jede Robbe ist ein Seehund.
Seehunde und Kegelrobben: die Robben im Wattenmeer
Seehund und Kegelrobbe sind die beiden Robbenarten an deutschen Küsten – und leicht zu unterscheiden. So werden Seehunde etwa anderthalb Meter lang und haben einen rundlichen Kopf mit deutlicher Stirn. Kegelrobben-Bullen messen dagegen gut zwei Meter, wiegen über 200 Kilogramm und tragen den namensgebenden kegelförmigen Kopf; sie sind Deutschlands größte Raubtiere. Der Lebensraum der Seehunde ist das Wattenmeer: Bei Niedrigwasser ruhen sie auf trocken gefallenen Sandbänken, säugen ihre Jungen und wärmen sich in der Sonne, bei Flut jagen sie im Wasser. Deshalb lohnt der Blick auf die Tide – je nach Wasserstand sehen Sie die Tiere liegend auf den Seehundsbänken oder schwimmend neben dem Schiff. Kegelrobben zeigen sich hingegen seltener: Ab Hörnum auf Sylt gibt es eigene Kegelrobben-Fahrten, an der Ostsee liegt ihr Revier rund um die Greifswalder Oie.
Seetierfang: das Wattenmeer zum Anfassen
Auf vielen Fahrten wird außerdem ein kleines Netz zu Wasser gelassen. Was darin landet, schauen sich alle gemeinsam an Bord an: Krabben, Schollen, Krebse, Muscheln, Schnecken – je nachdem, was das Watt gerade hergibt. Ab Sylt und Föhr erklären dabei Wattenmeer-Guides den Fang und beantworten Fragen. Auf Föhr geht zu ausgewählten Terminen zusätzlich MaikeMoin mit an Bord, die den Seetierfang kindgerecht erklärt. Anschließend wandert jedes Tier zurück ins Meer.
Jetzt Seehunde beobachten
Wo Sie Seehunde beobachten können
Seehunde beobachten können Sie bei uns an sieben Orten zwischen Sylt und Usedom. Das Naturerlebnis ähnelt sich, Dauer und Programm unterscheiden sich aber deutlich. Hier der Überblick.
Ab Sylt: Seehunde und Kegelrobben beobachten ab List und Hörnum
Auf Sylt legen gleich zwei Schiffe ab: der Kutter Gret Palucca in List und die MS Adler VI in Hörnum. Die Fahrt ab Hörnum dauert dabei rund 90 Minuten und führt ins UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer, Seetierfang inklusive. Ab Hörnum starten außerdem eigene Kegelrobben-Fahrten. Wer mehr aus dem Tag machen möchte, nimmt zudem ein Kombiticket mit dem Sylt Aquarium oder dem Erlebniszentrum Naturgewalten. Alle Termine stehen unter Schifffahrten ab Sylt.
Ab Föhr, Nordstrand, Pellworm und Tönning: Wattenmeer mit Programm
Ab Föhr
Von Wyk aus geht die MS Adler Rüm Hart in der Saison fast täglich auf Seetierfang in den Lebensraum der Seehunde. Den Fang erklären Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer, zu ausgewählten Terminen begleitet MaikeMoin die Fahrt.
Ab Nordstrand
Die MS Adler V fährt auf unterschiedlichen Touren zu den Seehundsbänken – Seetierfang mit Erläuterung inklusive. Wer mehr Zeit hat, bucht die Tour kombiniert mit einem Landgang auf der Hallig Gröde oder fährt auf die Weltnaturerbefahrt: Seehunde inkl. Seetierfang. Auch während der Fahrt nach Schiffsverbindung von der Hallig Nordstrandischmoor nach Nordstrand wird beim Seetierfang viel zu den Wattbewohnern erläutert.
Ab Pellworm
Auch von Pellworm legt die MS Adler V zur Weltnaturerbefahrt zu den Seehunden ab – wahlweise kombiniert mit einem Besuch auf Hallig Gröde oder Nordstrandischmoor.
Ab Tönning
Die MS Adler II schippert über die Eider zum Eidersperrwerk: rund zweieinhalb Stunden, inklusive Schleusung durch das Sperrwerk. Mehr dazu im Beitrag Seehundfahrt ab Tönning.
Ab Usedom und Wismar: Robben und Seetiere an der Ostsee
Ab Usedom
An der Ostsee heißt das Ziel Greifswalder Oie: Die Rundfahrt ab Usedom passiert die Inseln Greifswalder Oie und Ruden, mit etwas Glück zeigen sich am Oier Riff Kegelrobben. Zugestiegen wird dabei an fünf Seebrücken – Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin, Koserow und Zinnowitz –, einen Ausstieg gibt es unterwegs nicht.
Ab Wismar
In Wismar verbindet die Seetierfang-Fahrt dagegen den Blick in die Tierwelt der Ostsee mit einer Hafenrundfahrt.
Direkt buchen und Seehunde beobachten
Wählen Sie Ihren Hafen für Seehunde, Kegelrobben und Seetierfang
Seehunde beobachten mit Kindern
Der Seetierfang macht die Fahrten zum Familienausflug: Kinder stehen in der ersten Reihe, wenn das Netz an Bord kommt, dürfen Fragen stellen und sehen Krebse und Seesterne aus der Nähe statt hinter Glas. Außerdem haben die Schiffe Innen- und Außenplätze, Getränke und Snacks gibt es an Bord. Und weil die kürzeren Touren bei etwa 90 Minuten liegen, hält auch die Geduld jüngerer Kinder gut durch.
Sieht man immer Seehunde?
Ehrliche Antwort: nein. Denn Seehunde und Kegelrobben sind freilebende Meeressäuger, eine Garantie für Sichtungen gibt es auf keiner Fahrt. Die Chancen stehen aber gut, denn die Routen führen an die bekannten Ruheplätze, und bei Niedrigwasser liegen die Tiere oft gut sichtbar auf den Sandbänken. Packen Sie eine Windjacke ein und, falls vorhanden, ein Fernglas – dann wird auch aus größerer Entfernung etwas zu sehen sein.
FAQ: Seehunde beobachten
Von welchen Häfen aus fahren die Seehundfahrten?
An der Nordsee ab List und Hörnum auf Sylt, ab Wyk auf Föhr, ab Nordstrand, ab Pellworm sowie ab Tönning und dem Eidersperrwerk. An der Ostsee starten außerdem der Seetierfang ab Wismar und die Kegelrobben-Rundfahrt ab Usedom mit Zustieg in Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin, Koserow und Zinnowitz.
Wie lange dauert eine Seehundfahrt?
Das hängt vom Hafen ab: ab Hörnum rund 90 Minuten, ab Tönning etwa zweieinhalb Stunden, ab Nordstrand rund drei Stunden. Wer die Fahrt ab Nordstrand mit einem Landgang auf Pellworm verbindet, ist fast einen Tag unterwegs. Verbindliche Zeiten stehen deshalb im jeweiligen Fahrplan.
Sieht man auf jeder Fahrt Seehunde?
Nein, garantieren lässt sich das nicht – Seehunde sind freilebende Tiere. Je nach Tide liegen sie dabei auf den Sandbänken oder schwimmen im Wasser. Da die Routen an die bekannten Ruheplätze führen, stehen die Chancen aber gut.
Was passiert beim Seetierfang?
Ein kleines Netz wird zu Wasser gelassen und der Fang an Bord gezeigt und erklärt: Krabben, Schollen, Krebse, Muscheln oder Schnecken, je nach Ausbeute. Ab Sylt und Föhr übernehmen das Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer. Danach kommen alle Tiere zurück ins Meer.
Wo kann ich Kegelrobben sehen?
An der Nordsee bei den Kegelrobben-Fahrten ab Hörnum auf Sylt. An der Ostsee mit etwas Glück am Oier Riff, bei der Rundfahrt um die Greifswalder Oie und die Insel Ruden ab Usedom.
Sind die Fahrten für Kinder geeignet?
Ja, die Touren sind als Familienausflug gedacht. Gerade der Seetierfang kommt bei Kindern gut an, weil sie die Tiere aus nächster Nähe sehen. Die Schiffe bieten Innen- und Außenplätze sowie Getränke und Snacks an Bord.
Gibt es Seehundfahrten auch im Winter?
Ja, in kleinerem Umfang. Nach Winterfahrplan fährt die Seehund-Tour mehrmals wöchentlich ab List, dazu kommen einzelne Termine ab Nordstrand. Das volle Programm läuft dagegen von April bis Oktober.
Mit welchen Schiffen geht es zu den Seehunden?
Ab List mit dem Kutter Gret Palucca, ab Hörnum mit der MS Adler VI, ab Föhr mit der MS Adler Rüm Hart, ab Nordstrand und Pellworm mit der MS Adler V und ab Tönning mit der MS Adler II.
Was ist der Unterschied zwischen Seehund, Kegelrobbe und Robbe?
Robbe ist der Oberbegriff: Seehunde und Kegelrobben sind beides Robben. Unterscheiden lassen sie sich vor allem an Größe und Kopfform – Seehunde werden etwa anderthalb Meter lang und haben einen rundlichen Kopf mit deutlicher Stirn, Kegelrobben-Bullen messen gut zwei Meter, wiegen über 200 Kilogramm und haben einen langgestreckten, kegelförmigen Kopf. Die Kegelrobbe ist somit das größte Raubtier Deutschlands.
Was tue ich, wenn ein Seehund am Strand liegt?
Abstand halten, Hunde anleinen und das Tier auf keinen Fall anfassen – auch junge Heuler werden von ihrer Mutter oft nur vorübergehend am Strand abgelegt. Wirkt ein Tier jedoch verletzt oder bleibt es lange allein, informieren Sie die örtliche Schutzstation oder die Polizei. Genau deshalb ist die Beobachtung vom Schiff aus die bessere Wahl: Sie stört die Robben nicht.
Video Seehunde & Seetierfang
an Bord der Gret Palucca ab List
Bilder sagen mehr als 1.000 Worte: Mit unserem Ausflugsfilmen möchten wir Ihnen einen kleinen Einblick in unsere Fahrt zu den Seehunden mit Seetierfang ab List auf Sylt ermöglichen.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Ansehen und hoffen Sie bald an Bord begrüßen zu dürfen!